Auf einem Bein über die Alpen

30 Tage, 312 Kilometer und 35.000 Höhenmeter – Jaqueline Fritz überquerte gemeinsam mit ihrem Hund Loui und einer Kamerafrau die Alpen. Die Besonderheit: Jaqueline Fritz bestritt die gesamte Strecke auf Krücken, da sie vor einigen Jahren ein Bein verlor. Eine enorme Herausforderung für die junge Athletin.

Die aufwendige Planung und Organisation hatte sich gelohnt: Am 13. August startete Jaqueline in Hammersbach in Richtung Meran. Nur einmal musste sie wegen schwieriger Bedingungen ihre Route ändern. Was so einfach klingt, war vor Ort aber doch eine größere Aktion. Nach einer bereits 9-stündigen Tour musste Jaqueline feststellen, dass es nicht möglich war, das riesige Schneefeld und die klaffenden Gletscherspalten mit den einsinkenden Krücken zu bewältigen. Der Entschluss war klar: Drei Kilometer vor dem Tagesziel mussten sie umkehren. Es galt weitere sieben Stunden zu bewältigen, um am nächsten Tag eine Alternativ-Route in Angriff zu nehmen. „Diese Schwierigkeit war das einzige wirklich größere Problem. Ansonsten hat alles super geklappt“, freut sich die 30-Jährige. Einen gebrochenen Zeh sowie aufgerissene Hände vom Klettern, auf die ihr Körper mit Fieber reagierte, erwähnt sie nur im Nebensatz.

Jaqueline Fritz meisterte auf der Tour Schnee-Passagen, Klettersteige und schmale Grate, die sie mit ihren Krücken im Quergang passieren musste. Immer mit dabei war Hund Loui, der inzwischen zum Berg- Begleithund ausgebildet wurde. Damit möglichst viele Menschen diese Alpenüberquerung auf einem Bein nacherleben können, haben Kamerafrau Leila und ihr Kollege Marco, der an den Wochenenden dazustieß und für die spektakulären Aufnahmen – u.a. mit einer Drohne – zuständig war, alles auf Film festgehalten.

Wichtig für das Team war auch Joachim, der sich um die entsprechende Logistik in den Tal-Orten kümmerte. Als Schuh für die Tour hatte sich die 30-Jährige für den PREDAZZO GTX® Ws entschieden. Das Unternehmen unterstützte Jaqueline bei ihrer Unternehmung als Materialsponsor. Angesprochen auf ihre Motivation erzählt sie: „Mir ging es nicht darum, mit dieser Tour irgendjemandem etwas zu beweisen. Ich wollte einfach mein Projekt durchziehen. Wenn es dazu beiträgt, dass andere Menschen mit Behinderung den Mut finden, auch ihre Träume zu leben, würde mich das freuen.“

Seitdem Jaqueline ihr großes Abenteuer erfolgreich gemeistert hat, kümmert sie sich wieder verstärkt um ihre Full-Service-Werbeagentur in Bad Bergzabern, während sie sportlich das Klettern mehr in den Fokus rückt. Mit einem Leuchten in den Augen spricht sie schon von ihrem nächsten Projekt: Für 2017 plant sie die Begehung des Jubiläumsgrats. Und ein wenig weiter in der Zukunft eine Kombinations-Tour aus Bergsteigen, Klettern, Kanufahren und Zelten. Natürlich immer mit dabei: Loui.