Hans Kammerlander überwindet sein Trauma am Manaslu

LOWA-PRO-Team-Athlet Hans Kammerlander ist derzeit dort auf Expedition, wo er eigentlich nie wieder hinwollte: am Manaslu, seinem Schicksalsberg.

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„Nie wieder Manaslu!“ – Jahrelang war das für Hans Kammerlander ein unumstößlicher Grundsatz. Seit er bei einer Expedition 1991 zwei seiner besten Freunde verloren hatte und nur selbst knapp mit dem Leben davonkam, war er nicht mehr in die Nähe des Manaslu – zu groß war die Angst alte Wunden aufzureißen. Doch mittlerweile denkt Kammerlander anders: „Ich will versuchen, den Weg dort endlich zu Ende zu bringen. Ich glaube, nur so kann ich das traurige Kapitel, das mich bis heute sehr betroffen macht, auf meine Weise abschließen und zur Ruhe kommen.“ Begleitet wird Kammerlander von Stefan Keck, einem Bergführer aus Stans und einem österreichischen Filmteam, das einen dokumentarischen Spielfilm über das Leben des 60-jährigen Extrembergsteigers aus dem Südtiroler Ahrntal dreht. Kinostart soll im Herbst 2018 sein.

Das Filmteam ist auch ein Grund, warum diese Expedition anders wird. Neben der Verarbeitung der traurigen Geschehnisse von vor 26 Jahren geht es vor allem um schöne Filmaufnahmen: „Der Wettlauf ist für mich ein für alle Mal abgeschlossen. Es wäre schön, wenn der Gipfel gelingen würde und vielleicht auch eine Skiabfahrt vom höchsten Punkt, aber die Priorität liegt auf guten Filmaufnahmen.“

Überall Schnee

13 Tage nachdem das Team von Nepals Hauptstadt Kathmandu in Richtung Basislager aufgebrochen ist, gab es bereits die ersten schlechten Nachrichten. Die Wetterbedingungen am achthöchsten Berg der Welt waren alles andere als gut – der ohnehin schon lawinengefährdete Berg war tief verschneit. Die erste Passage auf dem sogenannten Normalweg funktionierte noch reibungslos. Auch der Weg hinauf zum Larky La war zwar verschneit, aber bereits gut ausgetreten, weshalb er fast keine Probleme machte. „Doch kaum waren wir über die Passhöhe und schauten auf die andere Seite des Passes, änderte sich unser Eindruck schlagartig“, sagte Kammerlander, der sich besorgt über die überdimensionale Schneedecke in den Hügeln und in den Flanken unter dem Manaslu zeigte.

Bis das Team das Basislager erreicht hatte, wurde das Wetter auch nicht besser. Es schneite sogar unten im Tal – und das über Tage hinweg. Am 02. November stand dann der erste Versuch, das Hochlager auf 5.600 Metern zu erreichen, auf der Tagesordnung. Es sollte vor allem als Lager für das Kamerateam dienen – sowohl für die Crew als auch die schwere Ausrüstung. „Eigentlich ist das bis dorthin eher ein Gletscher-Spaziergang, bei dem man auf ein paar wenige Spalten achten muss. Im Grunde also nicht schwer, ein Ausflug von etwa vier Stunden“, erklärte Kammerlander. Doch daraus wurde nichts, zu viel Neuschnee hing auf den sehr steilen Hängen und die Lawinengefahr war zu hoch. Es blieb also nichts anderes übrig als zu warten.

Wenn Sie mehr über die Manaslu-Expedition von Hans Kammerlander erfahren möchten, dann schauen Sie auf seiner Homepage vorbei. Hier berichtet er regelmäßig über die Geschehnisse am Manaslu.