Ines Papert wagt sich an die "Devil's Dihedral"

Bisher nur einmal, im Jahr 1983, schaffte ein Expeditionsteam die Begehung der Route „Devil’s Dihedral“ an der Ostwand des Fitz Roy in Patagonien. LOWA-PRO-Team-Athletin Ines Papert versuchte es von August bis Oktober noch einmal.

Ines Papert © Luca Lindič

Ines Papert © Luca Lindič

Ines Papert hatte sich für ihre Reise zwei Ziele vorgenommen: Ihrem Sohn Emanuel die Kultur und Bergwelt Patagoniens zu zeigen und zusammen mit Luka Lindič den Fitz Roy über eine alte, noch nie wiederholte Route zu klettern.

Gemeinsam mit ihrem Sohn kletterte Papert die Mixed-Route Super Domo am Cerro Domo Blanco. Die letzte Seillänge war leider völlig eisfrei und daher nicht zu klettern. Für Paperts Sohn war es eine großartige Erfahrung, da er zum ersten Mal in einer Mixed-Route kletterte. Aufgrund der anhaltenden schlechten Wetterverhältnisse tauschten Mutter und Sohn Klettergurte gegen die Skiausrüstung und fuhren den Cerro Solo ab. Nach einigen Tagen beim Bouldern musste Emanuel wieder zurück, um pünktlich zum Schulbeginn wieder in Bayern zu sein.

Für Papert stand nun Ziel zwei auf dem Programm: Die Route Devil's Dihedral, die der Slowene Silvo Karo und sein Team 1983 erstbegangen hatten. Seitdem ist es keiner Seilschaft gelungen, die Tour zu wiederholen. Papert und Lindič haben sich eine Schneehöhle am Passo Superior gegraben, um im Falle einer Wetterbesserung sofort am Einstieg sein zu können. Nach drei Tagen endlosem Schneefalls wurden die Bedingungen besser, allerdings nur kurz. Zudem lag massenweise Neuschnee in der geplanten Route. Sie zogen es daher vor, einen steilen, 400m hohen Couloir am Aguja Val Biois zu klettern. In den letzten beiden Wochen haben sie einen weiteren Versuch gestartet, den sie allerdings auf halber Höhe am Aguja Mermoz aufgrund des Schnees und zu wenig Eis abbrechen mussten – letztendlich mussten sie sich dem Willen des Berges beugen.