Wir setzen zu 100% auf Made in Europe

LOWA Verkaufsleiter Matthias Wanner:

„Wir setzen zu 100% auf Made in Europe“ 

Der traditionsreiche Berg- und Outdoor-Schuster LOWA steht seit über 90 Jahren für Qualität, perfekte Passform, Innovation und Funktionalität – sowie für heimische Produktion. Der Schuhmacher fertigt bis heute einen Großteil seiner Schuhe im bayerischen Jetzendorf. Wir sprachen mit LOWA Verkaufsleiter Matthias Wanner über das Thema Schuhe Made in Europe.

Herr Wanner, wo produziert LOWA seine heute jährlich über zwei Millionen Paar Schuhe?

Wir setzen zu 100% auf Made in Europe. Wichtigster Standort ist und bleibt dabei unser Stammsitz in Jetzendorf. Hier produzieren wir insbesondere unsere Backpacking- und Trekkingmodelle. Hinzu kommen besonders anspruchsvolle Sondermodelle wie z.B. der Expeditionsschuh EXPEDITION 8000 EVO RD sowie der Muster- und Prototypenbau. Darüber hinaus werden in unserer Produktion hier alle von den Zulieferbetrieben im Ausland gefertigten Schäfte montiert. Das bedeutet, der Schaft wird über einen Leisten gezogen und im weiteren Ablauf mit der Brandsohle und der entsprechenden Laufsohle verklebt.

Wo in Europa produzieren Sie noch?

Zweiter wichtiger Produktionsstandort ist Italien. Die dortige Fabrikation ist unser Spezialist für Alpinschuhe, wobei dort auch Trekking- und Backpacking-Modelle zusammengebaut werden. Und das dritte Standbein ist die Slowakei. Dort entstehen vor allem Schäfte sowie die ATC- und Travel-Schuhe.

Wie kommt es zu dieser Rollenverteilung an den drei Standorten?

Die einzelnen Produktionsstätten sind auf die jeweils verschiedenen Fertigungstechnologien, die dafür erforderlich sind, spezialisiert. Alpinschuhe, die sehr viel Handarbeit und handwerkliches Können erfordern, werden primär in der italienischen Schuh-Hochburg Montebelluna montiert. Die ebenso anspruchsvollen Randstreifen-Modelle sind die absolute Stärke der Mannschaft in Jetzendorf. Hier sitzen die Spezialisten dafür. Grundsätzlich können aber alle diese Modelle zwischen den Produktionen in Jetzendorf und Montebelluna getauscht werden. Die Technologie für die angespritzten Schuhe der ATC- und Travelschuh-Linien befindet sich in der Slowakei.

Welche besondere Rolle spielt in diesem Konzept das Stammhaus in Jetzendorf?

Hier ist unser Kompetenzzentrum. Wir verfügen am Standort über sehr erfahrene und langjährige Mitarbeiter, die qualitativ extrem hochwertige Produkte fertigen. Hinzu kommt der wohl modernste Maschinenpark, in den permanent weiter investiert wird. Dadurch können wir neue Technologien und Fertigungstechniken direkt vor Ort in kürzester Zeit ausprobieren, modifizieren und zur Serienreife entwickeln. Wir erzielen hier sehr kurze Durchlaufzeiten.

Wieso produzieren Sie ausschließlich in Europa, während allgemein zu beobachten ist, dass fast alle Hersteller auf Fernost-Fertigung setzen?

Das Festhalten am Produktionsstandort Europa und insbesondere Jetzendorf stellt die hohe Qualität der LOWA Produkte sicher. Diese gleichbleibend hohe Qualität ist ganz entscheidend für einen langfristigen Erfolg. Wir wissen, dass die oft seit vielen Jahren, teilweise Jahrzehnten für LOWA tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem hervorragenden handwerklichen Können ein wesentlicher Faktor für den Erfolg unserer Marke sind. Die LOWA Mitarbeiter in Europa leben Bergsport und leben die Marke. Die Identifikation mit LOWA ist hoch. Das ist bei einer Fernost-Produktion nach unseren Erfahrungen in diesem Maße nicht gegeben.

Was spricht aus Ihrer Sicht noch für eine Produktion in Europa?

Als Outdoor-Marke sind wir uns unserer Verantwortung für die Erhaltung einer möglichst intakten Umwelt und eines schonenden Umgangs mit unseren Ressourcen bewusst. Mit der Produktion von langlebigen Qualitätsprodukten werden wir diesem Anspruch am besten gerecht. Hinzu kommt, dass wir mit unserer Fertigung in Europa mit Sicherheit die weltweit strengsten Umweltauflagen erfüllen. Auch kurze Transportwege sprechen für unsere Ausrichtung. Aber es gibt noch ein weiteres entscheidendes Argument für die LOWA Produktion ausschließlich in Europa.

Und das wäre?

Damit haben wir unsere Produktion jederzeit unter Kontrolle. Das dient der Qualitätssicherung ebenso wie der Möglichkeit, sehr flexibel auf Veränderungen am Markt reagieren zu können. Damit sind wir in der Lage, unseren Partnern im Handel jederzeit attraktive Modelle zu liefern, die den Wünschen der Endverbraucher entsprechen. Davon profitieren letztendlich alle.

Honorieren die Endverbraucher Made in Europe?

Unser Erfolg und die Zahlen scheinen auf jeden Fall dafür zu sprechen.

Vielen Dank für das Gespräch