Rudi Hauser

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Die LOWA Modelle haben sich für meine Abenteuer in Fels und Eis als erstklassig und zuverlässig erwiesen.

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Neuigkeiten von Rudi Hauser

Klettern als natürliches Handwerk

Auf den ersten Blick mag Rudolf Hauser irgendwie nicht so wirklich in die Salzburger Bergwelt passen. Wirkt der sympathische Österreicher auf den ersten Blick doch eher wie ein Surfer, der sich in die Alpen verirrt hat. Spätestens aber wenn man den gebürtigen Pongauer beim Klettern beobachtet, wird klar, dass der anfängliche Vergleich mit einem wellenreitenden Beach Boy gewaltig hinkt. Vielmehr zählt der junge Extremsportler zu den aktuell besten Profi-Kletterern in Europa. Und das nicht von ungefähr, konnte Rudi doch bereits durch so manch spektakulären „Alleingang“ auf sich aufmerksam machen – sei es nun am Fels oder im Eis.

Dabei sah es bis zum Alter von 19 Jahren alles andere als nach einer klassischen Kletterkariere aus. Erst relativ spät entdeckte der 1982 im Salzburger Land geborene Österreicher seine Leidenschaft für den Sport in der Vertikalen. „Als Kind hatte ich zum Klettern überhaupt keinen Zugang, auch wenn ich in den Bergen auf­ge­wachsen bin. Da braucht es schon jemanden, der dich zum Felsen mitnimmt und es dir zeigt, ansonsten geht man nur zum Arbeiten in die Berge“. So wundert es nicht, dass sich Rudi statt­dessen voll und ganz auf seine Ausbildung als Schreiner konzentrierte. Noch heute deckt das altehrwürdige Handwerk rund 30 % seiner monatlichen Einnahmen ab, in dem sich der Gasteiner quasi nebenberuflich als Kunstschreiner und Messebauer verdingt. Dennoch sollten am Ende nicht Stechbeitel und Holz die alltäglichen Arbeitsmittel werden, sondern ebenso Eisgeräte, gefrorene Wasserfälle und Felswände. Spätestens nach der erfolgreich abgeschlos­senen Ausbildung zum staatlich geprüften Berg- und Skiführer im Jahr 2005 war klar, dass Rudi eine andere berufliche Laufbahn einschlagen würde und seine Hände zu weitaus „Höherem“ berufen sein sollten.

Rudi Hauser
Rudi Hauser (rechts)
Rudi Hauser

So wurde aus dem anfänglichen Nachzügler binnen kürzester Zeit ein ehrgeiziger Bergsportler, der mittlerweile ganz selbstverständlich den Vorstieg übernimmt und dabei nicht selten Kopf und Kragen riskiert. Seine Ehefrau und seine Tochter haben sich zwischenzeitlich an das riskante Treiben des Familienvaters gewöhnt und unterstützen ihn bei all seinen Vorhaben. „Für mich ist es vor allem der Rückhalt meiner Familie, meiner Freunde und meines gesamten privaten Umfelds, die mich beflügeln und mich immer wieder zu Höchstleistungen antreiben“, erklärt Rudi das Geheimnis für seinen Erfolg als Profi-Klettersportler.

Mindestens genauso wichtig ist für ihn aber auch die enge Zusammenarbeit mit einem Ausrüstungspartner wie LOWA, die eher einer sehr guten Freundschaft gleicht als einer rein geschäftlichen Kooperation. Der erste Kontakt kam im Jahr 2010 zustande, als Rudi bei seinem Red-Bull-Projekt X-Ice in nur knapp 10 Stunden gleich drei gefrorene Wasserfälle auf einmal durchstieg. LOWA trug damals mit Eiskletterschuhen entscheidend zum Gelingen dieses ambitionierten Vorhabens bei. Dank der Eiskletterschuhe Ice Comp IP gelang Rudi eine alpinistische Meisterleistung, die für ihn bis heute einer der spannendsten Momente in seinem Leben darstellt. Nur zwei Jahre später wurde dann die Partnerschaft mit LOWA offiziell besiegelt. Seitdem ist Rudi nicht nur Teil des LOWA PRO Teams, sondern trägt mit seiner langjährigen Erfahrung und seiner ganzen Expertise auch zur kontinuierlichen Entwicklung neuer Kletter- und Zustiegsschuhe sowie professioneller Bergstiefel wie dem CEVEDALE PRO GTX® bei.

Innovatives Schuhwerk, das den gelernten Schreiner bei vielen seiner waghalsigen Free-Solo- Projekten in den nördlichen Kalkalpen sowie bei der Durchsteigung diverser extrem schwieriger Kletter- und Eisrouten in aller Welt begleitet haben. Als einer der spektakulärsten Erfolge zählt dabei wohl die Solobesteigung des 270 Meter hohen gefrorenen Wasserfalls „Supervisor“ (WI6), einer der schwierigsten Eiskletterrouten in Österreich. Natürlich handschlaufenlos und ohne Zuhilfenahme technischer Mittel – in gerade einmal 1 Stunde und 40 Minuten. Zur Orientierung: Die Seilschaft der Erstbegeher benötigte im Jahr 1991 immerhin noch ganze 8 Stunden! Aber auch die erfolgreiche Durchsteigung der beiden Routen „Freier als Paul Preuß“ (UIAA 7) am Hochkönig und „Pipeline“ (UIAA 7++) am Hochkogel innerhalb von nur knapp 12 Stunden zeugen von der überaus starken Psyche und der enormen körperlichen Fitness von Rudi. Eigenschaften, die auch bei seinen nächsten geplanten Projekten wieder voll und ganz zum Tragen kommen – sei es bei der Durchsteigung einer der schwierigsten Mixed-Routen in den drei größten Eishöhlen im Salzburger Land oder beim Deep-Water-Solo-Eisklettern in der Antarktis.