Hoch oben in der Arktis, ein Klettertrip zur Insel Senja

Mitte Februar haben sich die LOWA-PRO-Team-Athletin Ines Papert sowie Fotograf Thomas Senf und die Athletin Anna Pfaff aufgemacht, um die Insel Senja kletternd zu erkunden. Die geplanten Touren blieben aber weitestgehend unvollendet.

© Thomas Senf

"Manchmal muss man die Dinge akzeptieren wie sie sind", fasst Ines Papert die Kletterreise zusammen. Diesmal war das Glück nicht mit den Athleten. Anna Pfaff musste nach nur einem Tag wegen Erfrierungen aufgeben und reiste früher ab, Thomas Senf hatte sich die Grippe eingefangen, sodass auch für ihn die Reise anders verlief als geplant.

Mit eigenen Worten beschreibt die erfolgreiche Athletin ihren Trip wie folgt:

"So erfolgreich unsere Reise angefangen hatte, so schnell war sie für Anna wegen ihrer Erfrierungen auch schon wieder vorbei. Sehr schade, da die Bedingungen perfekt waren und all die neuen Kletterrouten eigentlich nur auf uns gewartet haben. Nach Annas Heimreise, tat ich mich mit meiner langen Freundin Rahel Schelb aus der Schweiz zusammen. Wir erkletterten die klassische "Finnkona" WI 6 und einen Tag nachdem Rahels Großmutter verstarb, eröffneten wir ihr als Andenken eine neue Route gleich hinter Senjalodge, unserem Zuhause .
Die erste Seillänge schien sehr schwer zu sichern, aber sobald sich die Gelegenheit dafür bot, nutzte ich sie. Da ich weiß, wie man solch dünnes Eis am besten klettert, bewegte ich mich so langsam und sicher wie nur möglich vorwärts. Jeder weitere Meter versprach dickeres und besseres Eis. Nach sieben Seillängen erreichten wir den Gipfel des Fjølhaugen-Grats, 765 Meter über Melfjörd-vaer. Wir nannten die Route "Rosalinde", nach Rahels Großmutter. Die Route ist insgesamt 350 Meter lang und an der nordöstlichen Seite des Fjølhaugen (WI 7, M6).
Unser Gastgeber Bent Eilertsen hatte herausgefunden, dass es bisher nur eine Seilschaft versucht hatte, die aber nach ein paar Metern schon aufgeben musste.

Nun gibt es also eine neue Route auf dieser tollen Insel. Für uns leider die letzte während unserer Reise, da mir so langsam die Kletterpartner ausgingen. Ich hoffe, das nächste Mal mehr mit Anna klettern zu können und danke Rahel für das schnelle "Einspringen"."